Selecao '08 SgH-FIFA-Turnier - Ein dreifaches Super fürs Playstation-Turnier vom 31.12.2013 

OV-Artikel vom 31.12.2013

Emotionen, Stimmung und Stadionatmosphäre: Im alten Rasta-Dome knisterte die Spannung, obwohl wieder kein realer Ball im Spiel war. Geboten wurde virtueller Spitzensport. - Von Franz-Josef Schlömer

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Eindrucksvolle Atmosphäre im alten Rasta-Dome: Insgesamt 192 Spieler versuchten an den 32 TV-Stationen ihr Spielerglück. Fußball ist hier noch ein Männerspiel. Foto: Borchert

Vechta. Ivernel Ashiagbor springt in die Luft, ballt die Faust. Per Doppelschlag durch Sven Bender (57.) und Aubameyang (59.) ist der A-Jugendfußballer des VfL Oythe mit Borussia Dortmund im Halbfinale 3:1 in Führung gegangen. Die halbe Miete gegen Argentinien, das vom Diepholzer Ralf Pinkes gelenkt wird. Und dann kommt doch alles anders: Higuain (65.) und di Maria (68./73.) drehen das packende Match zum 3:4. Das lässt auch die Zuschauer hinter den Spielern nicht kalt. „Das Spiel hätte eine Verlängerung verdient“, meint einer. Dazu kommt es nicht, enttäuscht wirft Ivernel Ashiagbor seinen Controller kurz in die Luft und verabschiedet sich fair mit Shakehands vom Gegner.

Emotionen, Stimmung und Stadionatmosphäre prägen das Turnier – obwohl wieder mal kein realer Ball im Spiel war. Das 2. Fifa-Playstation-Turnier einiger Thomaner vom Abijahrgang Selecao08 setzt der Note Weltklasse, die ihnen vor einem Jahr von einem Teilnehmer verliehen worden war, in der Tat noch eins drauf. Noch mehr, noch größer: 192 Player versuchen in der Halle West an 32 TV-Geräten ihr Glück, ganz am Ende triumphiert KST-Gymnasiast Nils Streibel aus Vechta dank eines 2:1-Sieges gegen Ralf Pinkes.

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Aus und vorbei: Ivernel Ashiagbor (Mitte) nach seiner unglücklichen Niederlage im Halbfinale gegen Ralf Pinkes (links). Foto: Borchert

Was Nils Streibel im Finale glückt, bleibt seinem Kumpel Ivernel Ashiagbor zuvor im Halbfinale gegen den Diepholzer verwehrt. „Er ist ein sehr guter Spieler, hat in Diepholz gewonnen, war hier letztes Jahr Zweiten“, weiß der A-Jugendfußballer, der sich durchaus was ausgerechnet hatte. „Er hat sehr offensiv aufgestellt, mitMessi und so. Ich dachte, da kann ich mit vielen langen Bällen über die Abwehr was machen.“ Der Matchplan ist gut, die Umsetzung glückt aber nicht.

Da läuft es für Nils Streibel im Finale gegen den Top-Favoriten Pinkes von Anpfiff weg besser, die 2:0-Führung nach 15 Minuten reicht am Ende zum 2:1- Sieg. Und das mit Juventus Turin. „Das ist eigentlich ein Sch. . .- Team“, meint der Turniersieger, der erstmals dabei ist und vorher nur ein bisschen geübt hat. Warum dann dieser Erfolg? „Ich hab’ Glück gehabt“, sagt Nils Streibel, der sich zugleich in der Außenseiterrolle total wohlfühlt: „Ich hab’ die ganze K.o.-Runde ohne Druck gespielt, vielleicht lag’s daran.“

Aber nicht nur ganz vorne wird virtueller Spitzensport geboten. So fehlt dem Lüscher Andreas Pulsfort mit Bayern München im Viertelfinale gegen den späteren Dritten Athanasios Milios und seinen Brasilianern das nötige Fortune. Pulsforts Fans fordern in der ersten Halbzeit vergeblich einen Elfmeterpfiff, der Schiri reagiert nicht. Beim Stande von 2:2 foult sein Ribery eine Viertelstunde vor Schluss im Strafraum und sieht Rot. „Rot für Ribery war okay. Und Elfmeter? Ich hatte ja Neuer im Tor, da kann man einen Elfmeter zulassen“, lächelt Pulsfort. Und Neuer hält tatsächlich den Elfer von Hulk, dafür kassiert er in der 90. Minute das 2:3 durch Lucas. „Ich hab’ viel Mist gespielt“, sagt Andreas Pulsfort.

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Geschafft: Nils Streibel (rechts) wird gefeiert. Foto: Borchert

LobendeWorte findet der Lüscher dagegen für die Selecao08. „Das Turnier ist super aufgebaut, keine lange Wartezeiten.“ Der Aufwand, den die Organisatoren betreiben, ist immens. Allein schon die professionell eingeschweißten Spielerpässe – sie ähneln den originalen Presseausweisen bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland. Die Liebe steckt halt im Detail. Selbst einen Tippwettbewerb gibt es: 1908 Tore wurden bis zum Halbfinale erzielt, mit seinem Tipp von 1909 gewinnt Thomas Freitag den von bruderherz-shop.de gesponserten Edelstahlgrill.

Den Lohn für ihr Engagement ernten die Macher vor allem von den Playern. Ein dreifaches Super kommt etwa vom später viertplatzierten Ivernel Ashiagbor: „Super Turnier, super organisiert, super Spaß.“

Info: Alle Fotos vomTurnier unter www.ov-online.de/sgh

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