Selecao '08 SgH-FIFA-Turnier - Spendenrekord auf 180.000 Euro geschraubt vom 24.02.2013 

OV-Artikel vom 24.02.2013

Vechta. Dass der Spendenrekord von 156.000 Euro nur ein Jahr halten würde, zeichnete sich schon vor Wochen ab, denn bei der 29. Auflage von "Sportler gegen Hunger" lief es in diesem Winter von den ersten Aktionstagen an.

Es flutschte einfach. Und am Ende dieser Gemeinschaftsaktion der Oldenburgischen Volkszeitung und des Kreissportbundes Vechta steht ein einzigartiger Spendenrekord: Der Winter 2012/13 schließt mit der Summe 180.000 Euro für die Hungerhilfe in Afrika ab.

Damit wird der alte Spitzenwert aus dem vergangenen Winter förmlich pulverisiert. Exakt sind es 24.000 Euro mehr, die durch die heimischen Sportvereine eingespielt wurden. Der Blick auf die SgH-Sonderkonten ergab gestern eine Summe von 181.289,43 Euro, die auf die Abschlusssumme gerundet wird. Der kleine Restbetrag zählt dann bereits für die 30. SgH-Aktion im kommenden Winter, die ja mit vereinzelten Veranstaltungen im Sommer beginnt.

In rund 60 Events trommelten die Vereine für "SgH", es war wieder alles dabei. Die Einzelerlöse reichten vom Hunderter-Bereich bis hin zu jenen 23.000 Euro, mit denen der SC Bakum bei seinem Silberjubiläum für den höchsten Einzelerlös vor BW Langförden (17.662 Euro) und dem Lohner Weihnachtssingen (17.647,48 Euro) sorgte. Auch bei den Teilnehmern gab es die Spannweite von weit unter 100 Aktiven bis hin zu jenen 1.017 Läufern und rund 200 Wanderern, die GW Mühlen bei seinem 25. Silvesterlauf mobilisierte. Erfreulich auch: Ausfallende Events werden durch andere Premieren aufgefangen, hinzu kommen immer wieder schöne Innovationen wie das Playstation-Turnier oder die Wiegewette.

Seit über zwei Jahrzehnten wandelt "Sportler gegen Hunger" auf höchstem Niveau - diesmal noch weit drüber. Erstmals übertraf die Aktion im Winter 1991/92 die 100.000-Euro-Schallmauer, seitdem jedes Jahr. So hat sich der Gesamterlös inzwischen auf 3,149 Millionen Euro summiert.

Vom aktuellen Spendenerlös in Höhe der 180.000 Euro geht wie immer eine Hälfte über 90.000 Euro an sechs ausgewählte heimische Missionsschwestern in Afrika; jeweils 15.000 Euro erhalten Gerda Herbrügge (Lutten/Südafrika), Francis Emke (Lohne/Südafrika), Klara Lüers (Visbek/Malawi), Jordana Rechtien (Fladderlohausen/Südafrika), Maria Heide (Kroge/Namibia) und Änne Thölking (Lohne/Südafrika).

Die andere Hälfte erhält wieder die Stiftung "Menschen für Menschen" von Karlheinz Böhm. Der fünfköpfige Stiftungsvorstand hat bekanntlich Anfang der Woche eine Strafanzeige wegen versuchter Erpressung, Nötigung, Beleidigung, Verleumdung und falscher Verdächtigung gegen einen ehemaligen Großsponsor erstattet. Dieser 68-jährige gelernte Möbelkaufmann, der als Online-Glücksspielbetreiber zu Reichtum gekommen sein soll und in einem karibischen Steuerparadies lebt, hat von 2004 bis 2012 die Stiftung in mehrfacher Millionenhöhe mit direkten Spenden und Marketing-Maßnahmen auf eigene Rechnung unterstützt; Letzteres sieht er nun u.a. als Bilanzfälschung an. Noch 2011 posierte der Großspender mit Karlheinz Böhm auf einem Foto in Addis Abeba, später forderte er sämtliche Gelder seit 2004 zurück. Laut Stiftung gipfelte dies in der Ankündigung seines Anwalts, dass er sonst den Weg über die Medien wähle. Das machte er jetzt aus seinem Urlaub in Neuseeland. Neben der Anzeige hat die Stiftung auch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit juristischer Begleitung beauftragt, um so die Vorwürfe zu entkräften.

Losgelöst von diesem unerfreulichen Nachspiel geht "Sportler gegen Hunger" in seine normale Sommerpause. Am 1. Dezember 2013 startet dann die 30. Auflage der OV/KSB-Aktion.

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